
Benno Blechs Beobachtung ist eine wunderbare, wenn auch etwas unappetitliche Dekonstruktion eines literarischen Topos. Während der klassische Locus amoenus (der „liebliche Ort“) in der Literaturgeschichte meist ein schattiger Hain mit Bachlauf und Vogelgezwitscher ist, wird er hier zum Lokus – dem stillen Örtchen –, das durch den Mangel an Ressourcen zum unfreiwilligen Lesesaal wird.
Diese „Lokusliteratur“ ist ein faszinierendes Stück DDR-BRD-Alltagsgeschichte, in dem sich politische Ideologie und profane Notwendigkeit auf engstem Raum begegneten.